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Neurowissenschaftliche Forschung an hessischen Grundschulen - Metzler-Stiftung unterstützt "Schwerpunkt Sprache"

Hessisches Kultusministerium, Ulmer Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen und Frankfurter Metzler-Stiftung starten Kooperation zur Sprachförderung

Im Oktober 2005 gründeten die Metzler-Stiftung und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) in Ulm das "Netzwerk für Gehirnforschung und Schule". In enger Kooperation mit Schulpraktikerinnen und Schulpraktikern forschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ZNL bereits in Baden-Württemberg und Bayern, wie Erkenntnisse der neurobiologischen Grundlagenforschung für das Lernen fruchtbar gemacht und im Klassenzimmer umgesetzt werden können.

Durch das Engagement der Hessischen Kultusministerin Karin Wolff wird das Netzwerk für Gehirnforschung und Schule jetzt auch in Hessen tätig. Die von der Metzler-Stiftung geförderte Kooperation wird in drei Schritten umgesetzt:

  • Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die gemeinsame Arbeit von Wissenschaft und Schulpraxis. In den kommenden vier Jahren wird ein Schwerpunkt auf Forschungen zur Sprachförderung gelegt - unter aktiver Mitwirkung von zwölf hessischen Grundschulen und im Hinblick auf die Förderung der Kinder bereits vor Schulbeginn. Gemeinsam mit den Expertinnen und Experten des ZNL aus der Sprachentwicklungspsychologie wird untersucht, wie Kinder mit Sprachproblemen gefördert werden und wie sie die Schriftsprache erlernen. Auf dieser Basis werden gemeinsam Schwerpunktprojekte entwickelt, wie zum Beispiel das Erstellen geeigneter Förderkonzepte. Langzeituntersuchungen begleiten die Umsetzung.
  • Außerdem werden der Leiter des ZNL, Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer, und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Vorträgen im Rahmen von Fachtagungen über neurowissenschaftliche Erkenntnisse zum Lernen berichten.
  • Ab dem Schuljahr 2007/08 werden hessische Lehrkräfte vom ZNL qualifiziert, Teile dieser Fortbildungsaufgaben zu übernehmen, um ihr erworbenes Wissen einer breiten Lehrerschaft zugänglich zu machen.


Die im Forschungsprojekt entwickelten Konzepte und Materialien werden künftig in die Lehrerfortbildung des Landes Hessen einfließen, um die Sprachförderung und den Schriftspracherwerb an hessischen Grundschulen nachhaltig zu verbessern. Das Land Hessen stellt dem Ulmer Institut für vier Jahre die Mittel für ein dreiköpfiges Forschungsteam zur Verfügung. Die Metzler-Stiftung finanziert die Sachkosten des Projekts.

Das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL)
Das ZNL wurde 2004 von der damaligen baden-württembergischen Kultusministerin Annette Schavan gegründet. Seine Arbeit basiert auf aktuellen Erkenntnissen der Neurowissenschaft, der Kognitionspsychologie und der Sprachentwicklungsforschung. Deren Übertragung in den schulischen Alltag kann nur in einem engen Dialog von Fachkräften aus der Forschung und der Schulpraxis gelingen. Darum legen die Vertreterinnen und Vertreter der Medizin, Psychologie und der Erziehungswissenschaft im ZNL großen Wert auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Fachkräften aus der Praxis. Die umfassende Information der Eltern ist selbstverständlicher Bestandteil der Arbeit vor Ort.

Die Metzler-Stiftung
Die gemeinnützige Albert-und-Barbara-von-Metzler-Stiftung fördert besonders Kinder und Jugendliche. Unter der Geschäftsführung von Sylvia von Metzler berät ein Gremium aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bankhauses über die Projekte und begleitet diese langfristig. Das Besondere dabei: Für nahezu alle geförderten Projekte oder Initiativen übernehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses die "Patenschaft". Dieser Kontakt ist unbürokratisch, langfristig und dient dem ständigen Austausch. Die Arbeit der Metzler-Stiftung konzentriert sich auf die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit den inhaltlichen Schwerpunkten "Sehen", "Hören" und "Lernen".