Dank Sprachstipendium fit für das Leben und Arbeiten in Deutschland

15 d.eu.tsch-Stipendiaten erhalten ihre Sprachdiplome

16.5.2017

„d.eu.tsch wirkt!“, stellt Friedrich von Metzler am 16. Mai 2017 im Frankfurter Goethe-Institut bei der Übergabe der Sprachzertifikate im Frankfurter Goethe-Institut fest: „Denn diese jungen Menschen haben durch ihre Sprachkenntnisse nun die Perspektive, sich aus eigener Kraft hierzulande ein eigenes Leben aufzubauen.“ Das d.eu.tsch-Stipendium für junge Europäer startete bereits 2012. Im fünften Jahrgang 2017 ermöglicht es 15 jungen arbeitssuchenden Europäern aus Griechenland, Italien, Portugal und Spanien ihre Berufslaufbahn in Deutschland zu beginnen. Alle haben ein MINT-Studienfach oder Medizin studiert, können aber im Heimatland keine entsprechende Anstellung finden. Über die jeweiligen Landesgrenzen hinweg bieten sich dagegen Chancen – besonders in Deutschland.

Abschlussveranstaltung d.eu.tsch V – Gruppenfoto mit (fast) allen Beteiligten
Gruppenfoto mit (fast) allen Beteiligten

„Deutschland braucht auch zukünftig gut ausgebildete Fachkräfte und die Freizügigkeit in der EU bietet es an, dass junge gut ausgebildete Menschen aus anderen Ländern hier ihren Einstieg suchen. Grundvoraussetzung sind gute Deutschkenntnisse, um das berufliche Potenzial hierzulande voll zu entfalten, “ so Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesarbeitsagentur. Die Frankfurter Arbeitsagentur und das Welcome­center, eine Anlauf- und Beratungsstelle für ausländische Fachkräfte, sind wichtige Kooperationspartner des Stipendienprogramms. Hier erhalten die jungen Akademiker viele Tipps und Trainings für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Darüber hinaus freuen sich die sechs Bauingenieure des Stipendienjahrgange über Bildungsgutscheine für Fachseminare zu den beiden wichtigsten Verordnungen HOAI und VOB im deutschen Baugewerbe, die ihnen Dr. Martin überreicht.

„Das Goethe-Institut hat große Erfahrung damit, interkulturelle Lerngruppen intensiv und erfolgreich auf die Prüfungen zum Sprachzertifikat C1 vorzubereiten“, ergänzt Claudia Both-Billinger, pädagogische Leiterin des Frankfurter Goethe-Instituts. Mit dem erreichten C1-Zertifikat dokumentieren die Teilnehmer, dass die deutsche Sprache kompetent beherrschen und so den Anforderungen im Beruf und im gesellschaftlichen Leben gewachsen sind.

Abschlussveranstaltung d.eu.tsch V – Dr. Frank Martin, Arbeitsagentur
Dr. Frank Martin, Arbeitsagentur
Abschlussveranstaltung d.eu.tsch V – Claudia Both-Billinger vom Goethe-Institut Frankfurt
Claudia Both-Billinger vom Goethe-Institut Frankfurt
Abschlussveranstaltung d.eu.tsch V – Taxiarchis Charalampous bekommt sein Sprachdiplom
Taxiarchis Charalampous bekommt sein Sprachdiplom

Nach fast fünf gemeinsamen intensiven Monaten des Lernens folgt nun ein neuer Abschnitt für die 15 Teilnehmer. Dank des d.eu.tsch-Stipendiums sind ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sehr gut: Von den insgesamt 67 Stipendiaten aus vier Vorgängerjahren fanden rund 90 % eine Arbeitsstelle gemäß ihrer Qualifikationen – davon 73 % in Deutschland, 13,4 % im Heimatland, 4,4 % in einem anderen europäischen Land; 6 % begannen ein Masterstudium, um mit der höheren Qualifikation ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Nur 3 % sind weiter arbeitsuchend.

Ihre guten fachlichen Qualifikationen inklusive der Sprachkenntnisse sind  auch der Grund, warum nicht alle Teilnehmer bei der Übergabe der Sprachzertifikate dabei sein können: Zwei haben an diesem Tag ein Vorstellungsgespräch; eine griechische Bauingenieurin bereitet zurzeit in Berlin alles für ihren baldigen Berufseinstieg vor und ein spanischer Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik hat bereits ein sechsmonatiges Praktikum bei BMW in Leipzig begonnen.

Erste Berufspraxis können außerdem im Mai zwei junge Ärzte bei ihrer Hospitation im Frank­furter Bürgerhospital sammeln, um das deutsche Gesundheitssystem zu verstehen und weiter die Fachsprache zu lernen. Sie müssen im Juni für ihre Approbation in Hessen zusätzlich eine spezielle Fachsprachenprüfung auf dem Niveau C1 ablegen. Die Orthopädin Emiliana Di Geronimo aus Italien hat für die Zeit danach bereits eine Wohnung und eine Arbeitsstelle in Nordrhein-Westfalen gefunden. Sie freut sich: „Ich kann kaum erwarten, mich mit der Orthopädie zu befassen. Endlich wird mein Traum Realität!“ Sie fühlt sich dank des Programms auch sehr gut in die deutsche Kultur integriert und kann sich vorstellen, ebenfalls das Sprachniveau C2 in Angriff zu nehmen.

Auch die KfW Bankengruppe beteiligt sich aktiv bei „d.eu.tsch“ und bietet jedes Jahr zwei geeigneten Stipendiaten die Möglichkeit, zwölf Monate lang an einen Berufseinsteigerprogramm teilzunehmen. Francisco Álvarez, ein junger spanischer Master-Wirtschaftsingenieur mit einem zusätzlichen Mastertitel im Bereich Umweltingenieurwesen beginnt im Juni in der Abteilung „Energie“ für Südasien im Projektmanagement. Sein Fazit: „Das d.eu.tsch-Stipendium hat meine Erwartungen übertroffen.“

Die Metzler-Stiftung hält auch zukünftig Kontakt mit „ihren“ Stipendiaten, genauso wie die 15 Metzler-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich als Mentoren um die jungen Südeuropäer gekümmert haben. Auch hier gilt: d.eu.tsch ist mehr als ein Sprachkurs, und auf diese Weise sind viele Freundschaften und ein innereuropäisches Netzwerk entstanden.

Die Metzler-Stiftung gratuliert den Stipendiaten zum C1- Zertifikat. Außerdem bedankt sie sich bei den Kooperationspartnern Goethe-Institut, der Arbeitsagentur und dem Welcomecenter und berami – berufliche Integration e.V und für aktive Hilfe bei der KfW Bankengruppe, Frankfurt am Main, und dem VDI, Düsseldorf. Großer Dank gebührt den Förderern Friedhelm Loh, Haiger; dem Bankhaus Metzler und Friedrich von Metzler, beide Frankfurt am Main; Ilse und Hermann Schlosser, Bad Homburg; Alexandra von Schroeter, Wiesbaden und zahlreichen weiteren Spendern.