Stipendium der Albert und Barbara von Metzler-Stiftung fördert junge Europäer bei der Berufsausbildung

Auf eine Zukunft fern der Heimat

23.1.2017

In den süd- und südosteuropäischen Ländern beträgt die Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen bis zu 46 Prozent (Griechenland). Einigen von ihnen bietet das "d.eu.tsch/Stipendium für junge Europäer" eine Chance.

Von Alexandra Flieth, Frankfurter Neue Presse

Bahnhofsviertel. In Deutschland wird händeringend nach Fachkräften gesucht, in anderen europäischen Ländern gibt es sie gut ausgebildete, junge Akademiker. Viele von ihnen finden aufgrund der wirtschaftlichen Situation ihres Landes keine Anstellung in ihrem Beruf. Das Programm "d.eu.tsch/Stipendium für junge Europäer" unterstützt Uni-Absolventen zwischen 23 und 35 Jahren aus Griechenland, Italien, Kroatien, Portugal und Spanien. Sie müssen einen Abschluss aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT-Fächer) oder in der Medizin haben und in ihrem Land arbeitssuchend sein. Das Projekt wurde im Jahr 2012 von der Frankfurter Albert und Barbara von Metzler-Stiftung in Kooperation mit dem Goethe-Institut erstmals initiiert.

Erfolgreiche Stipendiaten

Der Frankfurter Bankier und Mäzen Friedrich von Metzler freut sich über den großen Erfolg des Programms: "Mehr als 90 Prozent der bisherigen Stipendiaten hat danach eine Anstellung im jeweiligen Beruf gefunden", erzählt er anlässlich der Begrüßung der neuen Teilnehmer im Kasino des Bankhauses Metzler. Insgesamt 67 Stipendiaten hätten es bereits durchlaufen. Dem Programm liege die Idee zugrunde, etwas für Europa zu tun. Es sei daher wichtig, es weiter bekannt zu machen.

Metzler lobt die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, durch die es möglich sei, die richtigen Kandidaten für das Programm in den Ländern zu erreichen. Genauso wichtig seien die Kooperationen mit der Arbeitsagentur und dem "Welcomecenter" in Frankfurt. An die Stipendiaten gerichtet, sagt er weiter: "Wir bewundern ihren Mut, in ein fremdes Land zu gehen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und aufzubauen."

400 Unterrichtsstunden

Das Stipendium ermöglicht in diesem Jahr 15 jungen Europäern aus Griechenland, Portugal, Spanien und Italien sich hier in den kommenden fünf Monaten auf das C1-Sprachzertifikat vorzubereiten. Es testiert den Teilnehmern ausreichende Kenntnisse der Deutschen Sprache. Von den bisherigen Stipendiaten haben 99 Prozent diese Prüfung bestanden, die den Weg zum Arbeiten in Deutschland ebnet. Berufliche Perspektiven taten sich für die bisherigen Teilnehmer danach nicht nur in Deutschland auf, sondern auch in Österreich, der Schweiz, in Brüssel und teils auch in ihren Heimatländern. "Rund 10 000 Euro kostet ein Stipendium", erklärt Sigrun Stosius vom Vorstand der Metzler-Stiftung. Finanziert werde dies unter anderem von der Stiftung, dem Bankhaus Metzler, von Friedrich von Metzler sowie durch Spenden.

Seit zwei Wochen ist die aktuelle Gruppe in Frankfurt. 400 Unterrichtsstunden müssen sie bis zur C1-Prüfung absolvieren. Daneben lernen sie die Stadt und die Kultur kennen, haben bereits erste Museen besucht und waren schon im Theater. Außerdem steht jedem Stipendiaten ein Mitarbeiter des Bankhauses Metzler zur Seite, der ehrenamtlich beim Einleben in Deutschland hilft. Die Jung-Akademiker sind hochmotiviert. Die Stipendiaten haben alle den gleichen Traum: Sie möchten in ihren Berufen arbeiten und Erfahrungen sammeln. Sie hoffen auf eine Zukunft in Deutschland.

Auftakt d.eu.tsch mit Stipendiaten, Metzler-Paten, Mitarbeiter der Frankfurter Arbeitsagentur und des Welcomecenters sowie den Verantwortlichen des Frankfurter Goethe-Instituts. Friedrich von Metzler begrüßt die Stipendiaten, die Metzler-Paten und die Projektpartner
Friedrich von Metzler begrüßt die Stipendiaten, die Metzler-Paten und die Projektpartner

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Dieser Beitrag erschien am 23. Januar 2017 in der Frankfurter Neue Presse.
Mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Neuen Presse www.fnp.de.