Mehr als ein Sprachprogramm: Arbeitsagentur, Goethe-Institut und Metzler-Mentoren bereiten auf Leben und Arbeiten in Deutschland vor.

d.eu.tsch geht in die fünfte Runde

6.1.2017

„Leider sind meine Versuche, eine Arbeitsstelle als Bauingenieur in Griechenland zu finden, erfolglos. Deshalb möchte ich in Deutschland arbeiten und leben. Mithilfe des Stipendiums kann ich dieses Ziel erreichen“, schreibt Alexandros,  27 Jahre, Bauingenieur mit Masterabschluss aus Griechenland, in seiner Bewerbung für das „d.eu.tsch-Stipendium für junge Europäer“.

Er hat den Platz bekommen und besucht ab dem 9. Januar zusammen mit 14 anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten zwischen 26 und 31 Jahren vier Monate lang das Frankfurter Goethe-Institut. Nach 400 Unterrichtsstunden wird er die Prüfung für das C1-Sprachzertifikat machen, das ihm ausreichende Sprachkenntnisse für ein professionelles Umfeld testiert.

 Die Frankfurter Stipendiaten kommen aus Griechenland, Italien, Portugal und Spanien und haben Studienabschlüsse in den MINT-Fächern oder in der Medizin und sind arbeitssuchend. In ihren Heimatländern ist die Jugendarbeitslosigkeit schon seit vielen Jahren hoch – während hierzulande Nachwuchsfachkräfte gesucht werden. Die Lösung beider Probleme ist gesamteuropäisch: Warum sollten die jungen Akademiker ihre Laufbahn nicht in Deutschland starten?

Die Erfahrungen aus den vier Jahrgängen zuvor mit insgesamt 67 Stipendiaten sind ermutigend: 99 % schafften die C1-Prüfung, und über 90 % der Stipendiaten gelang es, eine ihren Qualifikationen gemäße Anstellung zu finden – die meisten in Deutschland, aber auch in ihren Heimatländern, in Österreich, der Schweiz oder sogar beim Europäischen Parlament in Brüssel.

Die Portugiesin Marta, 29 Jahre, erwarb ihr Sprachzertifikat 2016. Sie macht Mut: „Dieses Stipendium ist eine ein­malige Chance im Leben – es öffnet Türen.“ Marta beginnt in Kürze ihre Ausbildung zur Fachärztin für Dermatologie in einer Dortmunder Praxis. Alumni aus vier Jahrgängen haben zugesagt, die neuen Teilnehmer mit Rat und Tat zu unterstützen.

Das „d.eu.tsch-Stipendium“ für junge Europäer ist eine Kooperation der Frankfurter Metzler-Stiftung und des Goethe-Instituts. Außerdem bereiten die Frankfurter Arbeitsagentur und das „Welcomecenter“ alle Stipendiaten intensiv auf Bewerbungen bei deutschen Unternehmen vor und vermitteln Stellen. Darüber hinaus hat jeder Stipendiat einen eigenen Metzler-Mitarbeiter an seiner Seite, der ehrenamtlich beim Einleben in Deutschland hilft. Dieses Men

Mentoring wird fachlich begleitet von „berami – Berufliche Integration e. V.“ aus Frankfurt am Main.

Wichtige Unterstützung leistet auch die Frankfurter Kreditanstalt für Wiederaufbau, „KfW“. Sie stellt pro Stipendiatenjahrgang jeweils zwei auf ein Jahr befristete Stellen für den Berufseinstieg zur Verfügung, sofern entsprechende Qualifikationen und Vakanzen vorhanden sind. Bereits fünf Stipendiaten sammelten seit 2013 dort erste Berufserfahrungen. https://www.youtube.com/watch?v=LiB2cqPA42I

Der Verein deutscher Ingenieure, „VDI“, Düsseldorf, stellt die „VDI-Nachrichten“ und sein Netzwerk zur Verfügung, um den Eintritt in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Verwirklicht wird das Stipendium mithilfe der Förderer: Landwirtschaftliche Rentenbank, Kreditanstalt für Wiederaufbau, Albert und Barbara von Metzler-Stiftung, Bankhaus Metzler, Friedrich von Metzler, alle Frankfurt am Main; Hermann und Inge Schlosser, Bad Homburg; Alexandra von Schroeter, Wiesbaden; VDI, Düsseldorf.

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