„d.eu.tsch | Stipendium für junge Europäer“ für 16 arbeitsuchende junge Akademiker aus Griechenland, Italien, Portugal und Spanien geht in die dritte Runde

5.1.2015
  • Zukunftsinitiative „d.eu.tsch | Stipendium für junge Europäer“ in Kooperation mit dem Goethe-Institut und der Arbeitsagentur
  • Private Förderer, Unternehmen und Stiftungen engagieren sich gemeinsam.

Angesichts der seit Jahren anhaltend hohen Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa und dem gleichzeitig drohendem Fachkräftemangel in Deutschland muss eine gesamteuropäische Lösung angestrebt werden. Unter dem Motto „Wir sind ein Europa“ bietet das Sprachstipendium „d.eu.tsch - eine Kooperation der Frankfurter Metzler-Stiftung und des Goethe-Instituts - eine Lösung für die betroffenen jungen Menschen. Denn mit soliden Deutschkenntnissen steht den gut ausgebildeten jungen Menschen auch der deutsche Arbeitsmarkt für ihren Berufsweg offen.

Deshalb starteten am 5. Januar 16 Stipendiaten mit Grundkenntnissen in der deutschen Sprache einen viermonatigen Sprachintensivkurs am Goethe-Institut in Frankfurt am Main. Ziel ist das C1-Sprachzertifikat, das es den sechs Frauen und zehn Männern ermöglichen soll, ihre Studienkenntnisse in Deutschland effektiv im Beruf einzusetzen und auch persönlich Fuß zu fassen. Unter den Stipendiaten sind Informatiker, Ingenieure verschiedener Fachrichtungen, eine Mathematikerin und eine Biologin, ein Physiker und ein Mediziner. Sollten sie irgendwann in ihr Heimatland zurückkehren, könnten sie mit den in Deutschland gewonnenen Erfahrungen wirtschaftliche und kulturelle Brücken bauen.

Die Medien berichten in der der jüngsten Zeit gleichlautend darüber, dass Deutschland die Zuwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen braucht, um einerseits seinen Status als führende Industrienation zu erhalten und andererseits die Überalterung der Gesellschaft auszugleichen. Für Karl Heinz Huth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur in Frankfurt am Main, heißt das: „Für die Zukunft brauchen wir eine Doppelstrategie, um Fachkräfte aus dem Inland und durch Zuwanderung zu finden. Bildung, Bildung, heißt die Forderung für Schulen und Universitäten, Ausbildung und lebenslanges Lernen für Betriebe und Arbeitnehmer und nicht zuletzt die Schaffung einer Willkommenskultur in Deutschland. Daher passt d.eu.tsch zu uns.“

Wie wirksam dieses Zukunftsprojekt ist, zeigten die vorangegangenen zwei d.eu.tsch-Jahrgänge: Alle Stipendiaten bestanden die C1-Sprachprüfung; von insgesamt 35 Teilnehmern haben 33 eine Beschäftigung gefunden: Das Spektrum reicht von Festanstel­lungen, Promotionsstellen an Universitäten oder Forschungseinrichtungen über Traineeprogramme und Praktika bis hin zu Zeitverträgen bei namhaften Unter­nehmen im In- und Ausland.

Die KfW unterstützt d.eu.tsch, indem sie zwei geeigneten Stipendiaten eine einjährige Mitarbeit anbietet und ihnen so den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt erheblich erleichtert. Gesucht werden weitere Unternehmen, die weitere Berufseinstiegsmöglichkeiten anbieten. Der VDI in Düsseldorf bietet allen Stipendiaten eine beitragsfreie Mitgliedschaft für die Dauer des Stipendiums, damit sie das komplette VDI-Netzwerk für ihre Bewerbungen nutzen können.

Idealer Partner für das Projekt ist das Goethe-Institut, das seit über 60 Jahren mit seinem weltweiten Netzwerk die deutsche Sprache als Schlüsselqualifikation für Bildung, Beruf und Verständigung fördert und vermittelt. „Das Interesse an Deutschland und der deutschen Sprache wächst und das Goethe-Institut begegnet der steigenden Nachfrage mit maßgeschneiderten Sprach- und Informationsangeboten. Wir stehen hinter dem Gedanken der europaweiten Mobilität – kein Europäer soll sich in einem europäischen Land als Fremder fühlen“, so Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts.

Verwirklicht wird das Stipendium mithilfe der Förderer: Wolfgang Haupt, Düsseldorf; Friedrich von Metzler, Frankfurt am Main, Alice von Schlabrendorff, Königstein; Alexandra von Schroeter, Wiesbaden; Adolf-Messer-Stiftung, Bad Soden; Friedrich Flick Förderungsstiftung, Düsseldorf; Giesecke&Devrient-Stiftung, München; Jahr Holding GmbH & Co KG, Hamburg; KfW, Frankfurt am Main; VDI, Düsseldorf.

FACTSHEET

Zielgruppen
Angesprochen wurden junge Menschen (23–33 Jahre), die ein Studium absolviert haben und/oder bereits erste Berufserfahrung vorweisen können und in ihrem Heimatland Griechenland, Italien, Portugal oder Spanien arbeitslos bzw. arbeitsuchend sind. Adressiert wurden hauptsächlich Ingenieure der Fachrichtung Elektro- und Maschinenbau, Vermessungsingenieure, Mathematiker, Naturwissenschaftler, Ärzte, IT-Spezialisten (Hard- und Software) sowie Fachkräfte aus allen Berufen der Metall- und Elektroindustrie. Voraussetzung sind gute Deutschkenntnisse mindestens auf B1-Niveau und die Bereitschaft, für einige Jahre in Deutschland zu leben und zu arbeiten.

Auswahl
Der Kriterienkatalog zur Ausschreibung wurde mit den beteiligten Goethe-Instituten in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien einheitlich festgelegt. Die Auswahl trafen das Goethe-Institut im Ausland, das Goethe-Institut in Frankfurt am Main und die Metzler-Stiftung.

Sprachkurse am Goethe-Institut Frankfurt am Main – Umfang und Ablauf

Sprachkurs

  • Kleingruppenkurs mit 16 Teilnehmern
  • Insgesamt 400 Unterrichtseinheiten
  • 25 Unterrichtseinheiten pro Woche
  • Laufzeit: vier Monate
  • Kursbeginn: 5. Januar 2015
  • Unterrichtsfreie Zeit: Karfreitag und Ostermontag 2015
  • Kursende: 30. April 2015
  • Verlängerung der Unterkunft bis 31. Mai 2015 möglich, um zusätzlich Zeit für Bewerbungen und Wohnungssuche zu haben
  • Unterrichtsfreie Zeit: Karfreitag und Ostermontag 2015

Ziel: Sprachniveau C 1 mit erfolgreich abgeschlossener Prüfung

Sonstige Kurskosten

  • Unterkunft in Einzimmerappartements
  • Unterrichtsfreie Zeit: Karfreitag und Ostermontag 2015
  • Zusätzlich finanziert werden ein Taschengeld, ein Verpflegungszuschuss und ein Kulturprogramm. Der Kostenrahmen orientiert sich an anderen Stipendienprogrammen am Goethe-Institut
  • Prüfungsgebühr wird übernommen
  • Die Reisekosten sind vom Stipendiaten zu tragen

Finanzierung/Organisation

  • Pro Person kostet das d.eu.tsch-Stipendium rund 10.000 Euro
  • Die Metzler-Stiftung organisiert und führt das Projekt gemeinsam mit dem Goethe-Institut durch Bewerbertraining und Arbeitsvermittlung durch die Agentur für Arbeit, Frankfurt am Main
  • Förderer sind: Wolfgang Haupt, Düsseldorf; Friedrich von Metzler, Frankfurt am Main, Alice von Schlabrendorff, Königstein; Alexandra von Schroeter, Wiesbaden; Adolf-Messer-Stiftung, Bad Soden; Friedrich Flick Förderungsstiftung, Düsseldorf; Giesecke&Devrient-Stiftung, München; Jahr Holding GmbH & Co KG, Hamburg; KfW, Frankfurt am Main; VDI, Düsseldorf

Ergänzende Programmpunkte

  • Jeder Stipendiat hat eine Patin/einen Paten aus dem Bankhaus Metzler als Ansprechpartnerin/Ansprechpartner, die/der beim Eingewöhnen hilft
  • Alumni aus den Vorgängerprojekten teilen ihre Erfahrungen und geben Tipps