Die Stipendiaten der Metzler-Stiftung erhalten das begehrte C1-Sprachzertifikat

Deutsch auf hohem Niveau

24.5.2016

„d.eu.tsch wirkt!“, stellt Friedrich von Metzler beim Pressegespräch anlässlich der Übergabe der Sprachzertifikate im Frankfurter Goethe-Institut fest: „Denn diese jungen Menschen haben durch ihre Sprachkenntnisse nun die Perspektive, sich aus eigener Kraft hierzulande ein eigenes Leben aufzubauen.“ Das „d.eu.tsch-Stipendium“ ermöglicht 16 jungen arbeitssuchenden Europäern aus Griechenland, Italien, Portugal und Spanien in Deutschland ihre Berufslaufbahn zu beginnen. Alle sind Absolventen der MINT-Fächer oder haben Medizin studiert, können aber im Heimatland keine entsprechende Anstellung finden. „Die Freizügigkeit in der EU ist ein hohes Gut und kein Europäer soll sich in einem europäischen Land als Fremder fühlen – gute Deutschkenntnisse sind die Voraussetzung, um das berufliche Potenzial hierzulande voll zu entfalten“, so Prof. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts. Das Goethe-Institut mit seinen Auslandsinstituten und seinem Deutschunterricht auf höchstem Niveau ist der ideale Kooperationspartner für das Sprachstipendium, das von der Metzler-Stiftung organisiert wird.

Dritte wichtige Säule des Projekts sind die Frankfurter Arbeitsagentur und das Welcome­center, eine Anlauf- und Beratungsstelle für ausländische Fachkräfte. Hier erhalten die jungen Akademiker viele Tipps und Trainings für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Daniel Lips, Geschäftsführer operativ der Frankfurter Arbeits­agentur, macht den Stipendiaten Mut für den in Deutschland sehr aufwendigen Bewerbungsprozess: „Unternehmen in vielen Branchen suchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Da ist es für uns ein großer Vorteil, gut ausgebildete und hochmotivierte junge Menschen aus unseren Nachbarländern aufnehmen zu können. Dies ist für alle Beteiligten ein Gewinn. Die Stipendiaten haben so keine Lücken in Ihrem Lebenslauf, weil Sie in Ihrer Heimat zur Zeit keine geeignete Arbeit finden und wir gewinnen tolle junge Fachkräfte, die dringend benötigt werden.“

Erste Berufspraxis sammeln momentan vier junge Ärzte bei ihrer Hospitation im Frank­furter Bürgerhospital, um das deutsche Gesundheitssystem zu verstehen und die Fachsprache zu lernen. Eine von ihnen, Alba Carbonell aus Barcelona, hat bereits mit 24 Jahren ihre Approbation in den Händen und fühlt sich gut vorbereitet auf den Klinikalltag: „Was Anfang Januar wie ein mühsamer Weg schien, ist heute zu einem Weg voll mit Erfolgen und Zufriedenheit geworden. Dieses Programm ist viel mehr als ein einfaches Sprachstipendium und ich werde mich gerne selbst dafür engagieren und meine persönliche Erfahrung nutzen, um zukünftige Stipendiaten zu motivieren.“

Auch die KfW, Kreditanstalt für Wiederaufbau, beteiligt sich praktisch bei „d.eu.tsch“ und bietet Stipendiaten Möglichkeiten zum Berufseinstieg in Deutschland. Dr. Sabine Mauderer, Abteilungsleiterin in der Internen Revision der KfW, hat sich in der Vergangenheit selbst mehrfach um d.eu.tsch-Stipendiaten gekümmert: „Als deutsche und international aktive Förderbank bietet die KfW hochqualifizierten Akademikern aus Südeuropa die Chance, erste Berufserfahrungen in Deutschland zu sammeln. Wir ge­währen den jungen Europäern einen umfassenden Einblick in die Themen der Bankenwelt und bieten ihnen abwechslungsreiche Tätigkeiten innerhalb eines Jahres. Das erhöht ihre Chance auf einen qualifizierten Arbeitsplatz in Deutschland beziehungsweise Europa signifikant. Wir freuen uns deshalb sehr, wenn wir dieses Jahr wieder zwei geeignete Stipendiaten in der KfW aufnehmen können.“

Nach fast fünf gemeinsamen intensiven Monaten des Lernens folgt nun ein neuer Abschnitt. Für zwei Stipendiaten steht der Weg schon fest: Ein Stipendiat nimmt im Herbst ein Masterstudium in Erfurt auf, und ein junger griechischer Bauingenieur kümmert sich ab sofort bei „Hessen Mobil“ um die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Die anderen Stipendiaten bewerben sich intensiv weiter – was erfahrungsgemäß zum Erfolg führt: Von den insgesamt 51 Stipendiaten aus drei Jahrgängen fanden 84 % eine Arbeitsstelle gemäß ihrer Qualifikationen – davon 62 % in Deutschland, 16 % im Heimatland, 6 % in einem anderen europäischen Land. 8 % begannen ein Masterstudium, um mit der höheren Qualifikation ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Nur 8 % sind weiter arbeitsuchend.

Die Metzler-Stiftung hält weiterhin Kontakt mit „ihren Stipendiaten“, genauso wie die 16 Metzler-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich als Mentoren um die jungen Südeuropäer gekümmert haben. Auch hier gilt: „d.eu.tsch“ ist mehr als ein Sprachkurs, und auf diese Weise sind viele Freundschaften als innereuropäisches Netzwerk entstanden.

Die Metzler-Stiftung gratuliert den Stipendiaten zum C1- Zertifikat. Außerdem bedankt sie sich bei den Kooperationspartnern Goethe-Institut, der Arbeitsagentur Frankfurt am Main sowie den Förderern Friedhelm Loh, Haiger; Friedrich von Metzler, Frankfurt am Main; Ilse und Hermann Schlosser, Bad Homburg; Deutsche Vermögensberatung, Frankfurt am Main; Giesecke&Devrient-Stiftung, München; Porsche Consulting, Bietigheim-Bissingen; Sparkasse Offenbach; KfW, Frankfurt am Main; VDI, Düsseldorf.

 

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Alba Carbonell hofft auf eine Zukunft als Ärztin in Deutschland
Alba Carbonell hofft auf eine Zukunft als Ärztin in Deutschland, Foto: Vanja Vukovic